Hallo in die Runde!
Unverhofft kommt oft - die nächste Idee für ein Gelände hat mich ereilt und so war ich gleich am Donnerstag noch im Baumarkt und habe mich für das Osterwochenende eingedeckt.
Zunächst mal zur geplanten Szenerie: Angedacht ist ein Modell der "Katakomben von Buchhaim" aus dem Roman "Die Stadt der träumenden Bücher" von Walter Moers (das, wie ich finde, kreativste und liebevollste Stück fantastischer Gegenwartsliteratur, was ich seit langem gelsen habe - eine unbedingte Empfehlung

). Hierbei handelt es sich um ein riesiges unterirdisches Katakombensystem unter der Stadt Buchhaim,
d-e-r Stadt der Literatur schlechthin. Die Katakomben sind hierbei ein riesiges labyrithisches Gängesystem , in dem Millionen von Büchern lagern, und in denen es von gefährlichstem Viechzeug, mörderischen Fallen und fiesen Bücherjägern nur so wimmelt. Natürlich wollte ich auch die wichtigsten Settings der Katakomben (die gigantische Müllhalde, die lederne Grotte der Buchlinge und den Kristallgarten) einbauen.
Nach einigem Überlegen, wie man diese Szenerie am besten umsetzen könnte, habe ich mich entschlossen, etwas recht Experimentelles auszuprobieren und das Gängelabyrinth in eine sehr große Würfelform hinein zu bauen. Hierbei soll eine Vielzahl der Gänge gewissermaßen wie bei einer Ameisenfarm an den Seiten im Querschnitt zu sehen sein, diverse sollen aber auch durch den Würfel hindurchführen und so Querverbindungen zu anderen Seiten schaffen. Am Schluss soll es so aussehen, als hätte man aus dem Erdreich einen Riesenwürfel herausgeschnitten und könnte nun die Gänge im Erdreich sehen - und oben natürlich die Erdoberfläche.
Hier eine erste grobe Skizze einer Quaderseite (die Sternchen markieren die Tiefen-Durchgänge zu anderen Seiten):

Mich reizt dieser Aufbau enorm, weil man einfach unheimlich viel Gestaltungsfläche hat und unterschiedlichste Ebenen-Spielereien möglich sind. Zum Schluss würde ich zum Beispiel noch gerne auf der "Oberfläche" den Straßenzug mit dem zentralen Einstiegshaus in die Katakomben (nebst Einstiegsschacht im Keller) hinzufügen.
Aber das ist vorest noch Zukunftsmusik - jetzt sind erstmal die Katakomben dran, und die haben es schon in sich. Mein Würfel aus 17 aufeinanderliegenden 40mm-Styrodurplatten hat jetzt stattliche Maße von 58cm x 58cm x 68cm und derzeit bin ich dabei die Gänge erstmal grob auszuschachten, wobei ich ich sozusagen immer Schicht für Schicht vorarbeite. Aber das funktioniert bisher ganz prima und auch die Statik sollte ganz gut hinhauen, da die Schichten enorm stabilisieren. Eine Seite ist bisher fertig die zweite halb, aber man kann schon etwas sehen, daher erstmal die Bilder.
Berücksichtigt nur bitte, dass das hier erstmal nur die ganz grobe Rohform ist, in der noch keinerlei Feinarbeiten - sprich keine Prägungen, Kantenankleichungen, Torbögen usw. - durchgeführt worden sind. Mit denen beschäftige ich mich später, wenn alle Gänge stehen und ich die Schichten verklebt habe



Hier ist schon ein kleiner Schacht für eine Falle unter der Treppe angelegt:

Eine weitere verrückte Idee, die ich gerne umsetzen wollte, ist die, das Labyrinth noch zu beleuchten. In der Romanvorlage werden die dunklen unterirdischen Gänge nämlich durch Leuchtquallen beleuchtet, die durch die Gänge kriechen und ein gespenstisch-blaues Licht verströmen. Diese Kerlchen will ich auch gerne mittels einer, durch das Styrodur geführten blauen LED-Lichterkette darstellen. Hierbei soll auf jede, aus den Wänden herausschauenden Lämpchen eine teiltransparente Qualle aufgesteckt werden, die dann noch zusätzlich mit nachtleuchtfarbe angemalt wird.
So, das wäre also der Projektstart. Es wird, so wie ich das sehe, wohl ewig dauern, da es unheimlich viele Arbeitsschritte sind, und ich sehr viel berücksichtigen muss aber ich denke es ist machbar.
Alle Anregungen, Ideen, Hinweise und Kritikpunkte sind natürlich ausdrücklich erwünscht!
Liebe Grüße!
Suse