So, bevor ich in die Weihnachtsfeiersaison starte, denke ich bin ich hier noch einen ausführlichen Baubericht schuldig, über all das, was ich in den
letzten Tagen unkommentiert gebaut habe.
Also fangen wir mal an =)
Wir beginnen mit dem Bau meiner ersten Häuserfront, also die Bilderserie, die ich schon online hatte.
Das ganze ist aus einer Schicht 5mm FBoard gebaut, dass ich als Kern benutzte um etwas Stabilität in das ganze zu bringen. Von aussen
dient Depron als Basis für die äussere Fassade, damit ich die Strukturen eindrücken kann.
Der erste Schritt war schlicht die Depronschicht mit ein paar Fenstern zu versehen. Dazu zeichne ich mir diese zuerst auf das Depron,
von Schablonen halte ich nicht viel, wer halbwegs ordentlich zeichnen kann ist in fast der gleichen Zeit genau so schnell mit dem direkten auftragen
der Formen.
Die Bögen malte ich nicht mit einem Zirkel, sondern testete verschiedene Runde Gegenstände. Der Zirkel hat den Nachteil, dass er immer perfekt rund
sein möchte. Wenn man aber andere eigentlich runde Dinge an der Schablone anlegt, kann man interessante Bögen erhalten, die sich je nach Größe
des Gegenstandes stark unterscheiden.
Hier ein Bild mit 3 Bogentypen, einmal der Deckel eines Babyglases, eine Cd und ein 5 MARK Stück. Man kann erkennen welche Effekte das ergibt. Der
Bogen der bei allen drei Fenstern gleich ist, stammt von dem 5 Mark Stück, er gefiehl mir am besten.

Es folgt das ausschneiden der Fenster und das eindrücken der späteren Mauerstruktur. Ich habe festgestellt, dass man bei den Bögen der Fenster
sehr viel saubere Schnittergebnisse erzielt, wenn man zuerst die unteren rechteckigen Teile ausschneidet und den Bogen dann einzeln aus dem Baumaterial
löst. Das Messer verkantet dann nicht so schnell, wie es bei noch voll intakten Baumaterial der Fall ist.

Ich fügte an die Wand noch eine Bodenleiste aus Styrodur hinzu, die ich anschrägte. Zusammengeklebt, mit Leim, und auf die Gebäudebase gestellt sah das ganze
dann so aus.

Während ich die Wand auf die Base klebte stellte ich fest, dass ich unsauber gearbeitet hatte, die Wand stand leicht schief, um sie trotzdem grade auf zu
kleben, benutzte ich 2 Zahnstocher als Keile, die die Wand grade hielten, während der Leim trocknete.

Das erste mal auf die Platte gestellt mit einem Marine als Größenorientierung. Generell empfehle ich immer ein paar Miniaturen beim basteln daneben zu stellen.
So kann man sehr gut die Maßstäbe abschätzen, nichts ist seltsamer als unproportionale Bauten. Ich habe mich auf meiner Platte für eine Stockwerkhöhe von
7,5 cm incl. 5mm Base entschieden und eine Mauerstärke von 1cm. Auch auf diesem Bild sieht man im Hintergrund noch die stabilisierenden Zahnstocher während
des klebens.

Dann war der zweite Teil der Wand dran. Er wurde genau so aufgebaut wie der erste, allerdings kann man auf diesem Bild ganz gut erkennen, dass ich die Kanten
der Fenster leicht anschräge. Aus irgendwelchen Gründen sieht das Model danach in meinen Augen besser aus, weis der Geier warum, einfach die Kanten im 45°
Winkel leicht anflachen und gut.

So sah das ganze dann gemeinsam auf der Base aus :

Es folgte die Türsektion der Wand. Auch diese baute ich wie gehabt zuerst zusammen, ritzte die Struktur ein und verklebte alles. Das wesentlich kniffelige waren
die Winkel an den Mauern um die Tür ein zu passen. Dabei hilft nur Augenmaß, etwas schnibbeln und beim kleben VIEL Leim, damit er die noch vorhandenen Lücken füllt.
Hier die Tür im Bau

und hier die Fassade mit Tür

Danach ging es noch an das völlig zerbombte OG, welches ich bewusst flach halten wollte, da diese Mauer nur dazu dient einen runden Abschluss
zum Spielfeld zu bilden. Viele Stockwerke würden hier nur das setzen der Miniaturen am Ende unnötig erschweren. Auch das Obergeschoss wurde wie schon
beschrieben gebaut und am Ende einfach auf die untere Mauer aufgesetzt. Geklebt habe ich an dieser Stelle nicht, da alle Stockwerke über dem EG am Ende
abnehmbar sein sollen. So hoffe ich die Platten am Ende auf einander stapeln zu können.

Der Endstand des ganzen sah dann so aus.

Allerdings erweiterte ich die Konstruktion später noch um eine "Bodüre" zwischen EG und OG um etwas mehr Stabilität für das Aufsatzteil zu erhalten.
Diese "Bodüre" reicht 5mm über beide Stockwerke und so verkeilen sich beide Teile.
Nun stand ersteinmal Bemalung und die ersten Details an. Ich wollte den Krater fertig modelieren und dazu mussten auch die Gehwege bemalt werden.
Ich wählte zuerst eine schlichte Grau Farbe, die aus einer schwarzen Grundierung, einer Bürstenschicht hellem Grau und abschließendem Weiß bestand.
Allerdings sah das ganze reichlich Öde aus, so entschied ich mich mit diversen Brauntönen nochmal nach zu arbeiten. Dabei arbeitete ich mich von dunkel
bis hin zu einem hellen Okerton. Abschliessend kam nochmal ein Hauch Grau auf die Gehwege, dass fast schon Weiß zu nennen ist.
Der Krater selber wurde mit Grundiermaße umrundet, ich strich sie vom Zentrum des einschlages in graden Bahnen weg um den Schmutz in einer relativ
realistischen Flugbahn zu verteilen. Dann klebte ich rund um den Krater groben Aquarienkieß auf. Der sollte die größeren Trümmerstücke ausdrücken.

Wichtig beim Kleben von diesem Granulat ist vor allem Geduld beim trocknen lassen. Der Leim muss völlig ausgehärtet sein, bevor man an die Bemalung gehen
kann, sonst hat man diese dämlichen Steinchen danach im Pinsel kleben, was echt nervig ist. Ich nutzte die Wartezeit um den Kraterkern zu bemalen, was ich
mit mehreren Schichten diverser Brauntöne tat. Zum aufhellen der Kanten verwendete ich am Ende wieder mein "fast" Weißen Grauton.
Als es bei mir soweit war, bemalte ich diesen Schutt zuerst schwarz.

Danach bürstete ich noch die Grundiermaße nach, so dass sie optisch auf den Gehweg passte.

Und zu guter letzt folgten ein paar Schichten Farbe für das Geröll um den Krater.
Nun folgte das erste richtige Gebäude, hierzu musste ich zuerst eine Base aus Depron zurecht schneiden, da im EG Kacheln in den Boden graviert werden sollten.

Danach schnitt ich wie gewohnt die Schichten für die Wände aus. Ich entschied mich das EG mit 2 Pfeilern ein zu fassen, die ich aus Styrodur herstellte.

Nachdem ich alles ausgeschnitten und strukturiert hatte, klebte ich mein Gebäude zusammen, es sah nun so aus.

Und von hinten so

Jetzt gab es auch schon mal die erste Schicht schwarze Farbe.

Dann ging es an den 1. Stock. Er sollte noch groß genug sein um ihn zu bespielen aber auch schon deutlich zerstört sein. Die Kanten der Mauern
passte ich am EG an, so dass ich am Ende saubere Mauerverläufe haben würde. Das gesamte 1. Stockwerk würde abnehmbar bleiben, genau wie das
2. aus diesem Grund befestigte ich auch hier eine Bodüre, die später dafür sorgen würde, dass mir beim spielen nicht andauernd alles verutscht.

In einem ähnlichen Verfahren wurde dann auch das 2. OG gebaut. Als Boden dienen 5mm Depronplatten, die mit Schaschlickspießen stabilisiert wurden. Trotz gezogenen
Quermauern im Gebäude ist Depron doch recht instabil als frei hängende Bodenfläche.

Es folgte die Bemalung in schwarz, wobei ich feststellte, wie unglaublich viel Farbe Depron und FBoard aufsaugen. Für dieses Gebäude verbrauchte ich alleine eine Tube
schwarze Acrylfarbe. Ich werde mal mit Verdünnung experimentieren müssen, so ist der Spaß auf dauer doch etwas teuer.

Zu guter letzt grundierte ich das Gebäude fertig mit Grau und Weiß, was ich beides leicht aufbürstete. Richtige Farbe wird das Haus bekommen, wenn ich den
Acrylfarbkasten habe, den es derzeit bei Aldi Nord gibt. Alle Grundfarben in verschiedenen Farbtypen und das nur für 5 Euro, ich hoffe mein Weihnachtsmann konnte
einen davon erbeuten ! =)
Hier das Abschlußbild in Grau

So ich denke damit habe ich alles protokolliert, was ich in den letzten Tagen so im stillen für mich gebaut habe. Wenn trotzdem noch Fragen sind, stellt sie =)
Ach ja eines noch ... ich habe mit dem Beginn des Baus nie darüber nachgedacht, wie viel Zeit man dabei mit dem Führen von sau scharfen Messern in Fingernähe
verbringt. Nachdem ich mir nun aber zwei mal ins eigene Fleisch geschnitten habe (was bei der Menge an Messerarbeit noch wenig ist) habe ich meine
Modellbauausrüstung um einen kleinen 1. Hilfekasten erweitert. Ich kann jedem nur empfehlen das selbe zu tun, voll geblutete Geländestücke sind doch echt scheusslich *G* und man schneidet sich mit Sicherheit irgendwann einmal

zumindest bei so einem großen Bau.
So bis hier hin von mir =)
PS: Laternenbau - Entweder aus Strohhalmen + Depron oder auf ne ganz andere Art und Weise, habe mir noch nicht so viele Gedanken dazu gemacht =)