Tutorial: eine Bergfestung aus Styrodur

Dieses kleine Tutorial ist sicher nicht der beste und schnellste Weg, dieses Gelände zu basteln. Es dokumentiert viel mehr meine einzelnen Bastelschritte – mit allen Fehlern, die im Laufe der Zeit sichtbar wurden und den nötigen Korrekturen. Schaut Euch also jeden Step genau an, damit Ihr von Vornherein wisst, wo Ihr Sachen anders machen solltet.

Leider habe ich nicht so viele Bilder während des Baus gemacht, daher sind die Beschreibungen teilweise etwas länger und nur mit einem Bild bebildert. Ich hoffe, dem Einen oder Anderen hilft dieses Tutorial trotzdem bei der Gestaltung eigener Sachen ein wenig weiter.


STEP 1:


Zuerst schneidet man sich eine Grundplatte in der gewünschten Größe zurecht. Die kann ruhig etwas großzügig bemessen sein. Meine ist anfangs leider etwas zu klein geworden, deswegen musste ich im späteren Verlauf noch eine größere Platte darunter kleben. Ich habe übrigens für die Grundplatte und die Mauern Styrodur mit 2 cm Stärke verwendet.

Dann habe ich eine Grund-Skizze auf dem Boden eingezeichnet. Zuerst die obere Ebene und dann davor die Treppe.

Da das Ganze ein Randgelände werden sollte, wollte ich nach hinten eine gerade Fläche haben. Dafür habe ich erstmal eine Platte senkrecht auf die Grundplatte geklebt, so dass ich darauf die obere Ebene kleben konnte. In der gleichen Höhe habe ich dann eine zweite „Stützwand“ unter die Vorderkante der Ebene geklebt. Außerdem sind zur Unterstützung noch zwei schmale Stützpfeiler (ebenfalls aus Styrodur) unter der oberen Ebene angebracht. Das sollte als Halt erstmal genügen.

Als nächstes kommt die Mauer vor der vorderen Stützwand. Diese ist etwas höher, so dass sie ca. 1,5 bis 2 cm nach oben übersteht. Das wird später die Balustrade. Jetzt fehlt nur noch die Mauerstruktur: Dafür braucht man nur einen Bleistift und ein Lineal. Die Mauersteine sind bei mir 1,5 cm hoch. Nachdem man also von oben nach unten die entsprechenden Abstände markiert kann, kann man einfach mit leichtem Druck die Linien für die Mauerstruktur einzeichnen. Erst wagerecht, dann die senkrechten Linien. Es reicht wie gesagt ein leichter Druck, damit die Struktur tief genug zum Trockenbürsten ist.
Noch ein Tipp, den ich hier nicht berücksichtigt hatte: Ihr könnt den Steinen mehr Oberflächenstruktur geben, wenn ich Alufolie grob zu einer Kugel zusammenknüllt und dann damit über die Steine rollt (mit leichtem Druck).

Ist die Mauer eingezeichnet (muss nicht bis ganz nach unten sein), wird sie einfach von vorne an die Stützwand geklebt.

Links neben die Mauer kommt dann aus zwei zusammen geklebten Styrodur-Stücken noch das obere Ende der Treppe.


STEP 2:


Jetzt folgt die Treppe. Diese habe ich aus einem 3 cm dicken Styrodurstück gemacht. Als erstes muss man sich überlegen, welchen Höhenunterschied die Treppe überwinden soll (inkl. der breiten Stufen in der Mitte). Dann zeichnet man mit einfachen (diagonalen) Linien die Grundrichtung der Treppe ein. Als nächstes kommen dann die Stufen. Meine sind glaube ich 0,5 cm hoch und breit. Hilfslinien für jede Stufe helfen ungemein beim Schneiden.

Und dann muss man sehr behutsam die Stufen Stück für Stück ausschneiden. Am besten fährt man dafür die Klinge des Cuttermessers recht weit aus, um gerade Schnitte zu erhalten.

Ist die Treppe fertig, wird sie wieder von vorne an die Mauersektion geklebt.


STEP 3:


Als nächstes folgen wieder drei Styrodurblöcke (2 x 2 cm und einmal 3 cm dick) am unteren Ende der Treppe.
Vor die Treppe wird erneut eine Mauersektion geklebt, die wieder etwas höher ist als die Treppe. Schließlich wollen Bogenschützen später auf der Treppe auch etwas Deckung haben. Die Zahnstocher fixieren das Mauerstück während der Leim trocknet.


STEP 4:


Damit die Festung inkl. Treppe später so aussieht, als wäre sie in den Berg gebaut worden, habe ich noch eine Felsenschicht vor die Mauer geklebt. Dies ist wiederum eine Styrodurplatte, in die ich Kanten und Spalten mit dem Cuttermesser geritzt habe. Bei der Felsgestaltung hilft nur drauf los schneiden und gucken, was dabei raus kommt.


STEP 5:


Vor die Felsenplatte kommt die zweite Treppe, die nach dem gleichen Schema wie die andere gebaut wurde. An der Vorderseite sieht man noch die Hilfslinien.


STEP 6:


Selbstverständlich wird auch diese Treppe wieder durch eine Mauer geschützt.


STEP 7:


Jetzt fehlt bei der Treppe nur noch eine Mauer zur Seite, damit sie rundum geschützt ist. An der vorderen Ecke habe ich noch eine Schräge rein geschnitten, damit nicht alles so eckig wirkt.


STEP 8:


Jetzt folgen die Felsen auf der rechten Seite. Dafür habe ich immer Abwechselnd eine Platte hinten gegen die Mauer geklebt und dann links gegen die Seitenmauer der Treppe. Also erst hinten, dann links, dann wieder hinten, dann wieder links. Der Grund dafür ist, dass ich vermeiden wollte, dass man regelmäßige Fugen zwischen den aufgeklebten Platten sieht. Die Platten habe ich natürlich vor dem Ankleben immer mit der entsprechenden Felsstruktur versehen und sie so geschnitten, dass sie immer kleiner werden.

Als nächstes habe ich auf der linken Seite eine Platte angeklebt, die die Begrenzungsmauer für den oberen Teil der Treppe bildet. Dabei habe ich die Mauerstruktur allerdings nur oben eingezeichnet, damit es so aussieht, als wäre sie direkt ins Felsmassiv gebaut worden. Wie auch bei der unteren Mauer habe ich die Kante an der Seite schräg geschnitten.


STEP 9:


Jetzt folgt die Mauer auf der oberen Ebene. Schließlich kann man nicht genug Schutzwälle haben. Die Mauer besteht aus drei Styrodurplatten, die jeweils 2 cm dick sind. Somit ist die Mauer also 6 cm dick. Die beiden hinteren Platten sind 12 cm hoch, die vordere 1,5 cm höher (für die Wehrmauer).

Dann habe ich in alle drei Platten den Durchgang rein geschnitten. Das ist leider keine so ganz leichte Übung, wenn man keinen Hotwire-Cutter hat, sondern auf ein stinknormales Cutter-Messer angewiesen ist. Ich habe mir einen runden, stabilen Gegenstand gesucht, der in etwa den richtigen Durchmesser für den Torbogen hat (in meinem Fall war es der Deckel eines Senfglases). Um diesen Deckel habe ich dann einen Halbkreis in der gewünschten Höhe ausgeschnitten und links und rechts einfach zwei senkrechte Schnitte nach unten gemacht. Das macht man dann noch zweimal bei den beiden anderen Platten und fertig ist der Durchgang.

Jetzt muss man wieder zwei Platten (jeweils auf einer Seite) mit der bekannten Mauerstruktur versehen. Auch hier sind die einzelnen Steine 1,5 cm hoch. Allerdings sollte man als erstes um den Durchgang einen Torbogen aus kleineren Steinen „einzeichnen“. Ist man damit fertig, klebt man erstmal die beiden kleineren Platten zusammen und schleift mit Schmirgelpapier die obere Kante ebenmäßig. Dann wird auch die Oberseite noch mit einer Mauerstruktur versehen.

Als nächstes wird die größere Platte vorne dran geklebt. Hat man alles richtig gemacht, ergibt das eine Mauer mit einem 4 cm breitem Wehrgang oben drauf und einer 1,5 cm hohen Wehrmauer vorne, auf die später noch Zinnen geklebt werden.

Als Letztes muss der Durchgang wahrscheinlich noch einmal mit Schmirgelpapier (und evtl. mit einem Cutter) nachgearbeitet werden, damit keine hässlichen Kanten entstehen.

Jetzt kann man die Mauer einfach auf die obere Ebene kleben. Man sollte aber darauf achten, dass dahinter noch genug Platz ist, um ein paar Minis zu platzieren. Und Außerdem wird von hinten noch eine 4 cm breite Treppe geklebt, hinter der ebenfalls eine Mini stehen können sollte. Im Endeffekt sollten also nach vorne (zur Wehrmauer der oberen Ebene) mind. 4 cm Platz sein und zur hinteren Kante ebenfalls noch mal ca. 8 cm.


STEP 10:


Ich habe angefangen, links und rechts Styrodurplatten anzukleben und diesen ebenfalls eine Felsenstruktur zu verpassen. Leider merkte ich jetzt, dass die Grundplatte viel zu klein war. Die Felsen fielen so steil ab, dass es nicht mehr schön aussah. Also habe ich die äußersten Felsenplatten wieder abgenommen und dem ganzen Gelände eine großzügigere Base verpasst (ca. 1 m breit). Außerdem habe ich von Hinten noch eine große, durchgehende Rückwand angeklebt, damit es am Ende auch von außen schön aussieht und nicht wie Stückwerk.

Wenn die Felsen links und rechts von der Festung fertig sind, wird die Rückwand entsprechend zugeschnitten. Man kann also auch hinter der oberen Mauer vernünftig seine Figuren bewegen.

Weiter geht’s auf Seite 2.