Willkommen
auf Gidians Heroscape Seiten. Ein Spiel, das nicht jeder als Tabletop bezeichnen würde und verglichen mit anderen klassischen Tabletops mag das auch so sein. Trotzdem beinhaltet das Spiel viele TT-Elemente und hat für meinen Geschmack eine perfekt ausgewogene Mischung zwischen Komplexität, Spielbarkeit und Zugänglichkeit.
Wenn Ihr Fragen zu Heroscape habt oder Euch einfach nur über das Spiel austauschen wollt, dann schaut doch mal in unser Forum.
Heroscape? Wie geht das?
Heroscape ist auf der einen Seite ein Tabletop und auf der anderen auch wieder nicht. Das Spielprinzip ist wohl wie bei den meistenTabletops: Auf einer frei zusammengestellten Karte versucht man, alle Gegner auszuschalten oder Missionsziele zu erfüllen. Verschiedene Figuren stehen den Spielern dabei zur Verfügung und jede hat ihre Stärken und Schwächen.
Anders als bei den bekannten Tabletops muss die Karte aber nicht selbst gebastelt werden. Es gibt Hex-Felder, mit denen man sich ein sehr robustes 3d-Terrain in kurzer Zeit aufbauen kann. Der geneigte Bastler kann sich natürlich nach Belieben selbst verwirklichen - muss es aber nicht.
Ich habe Heroscape nun schon des öfteren gespielt und möchte Euch meine Eindrücke schildern:
Einstieg/Einarbeitung:
Ich habe selber nie Tabletops gespielt und habe deswegen auch keinerlei Erfahrung mit dem wahrscheinlich sehr komplexen Regelwerk. Daher ist es für mich sehr angenehm, dass der Einstieg in Heroscape recht einfach ist. Das Spiel ist komplex genug, um auch längere Zeit Spaß zu bringen und tausende von Strategien auszutesten - und trotzdem einfach genug, um nach dem Lesen des übersichtlichen und kurzen Regelheftes sofort einzusteigen. Genau das Richtige für alle, die nicht erstmal 2 Wochen lang die Regeln studieren wollen, bevor sie das erste Spiel machen können.
Das Spielfeld:
Das Spielfeld kann durch die vorgegebenen Hexfelder nicht so flexibel gestaltet werden, wie beispielsweise ein Warhammer schlachtfeld. Und vor allem kann es nicht so schön gestaltet werden.
Natürlich kann man alle Steine mit Sand, Gras und zusätzlicher Farbe versehen, aber der Aufwand ist nicht ganz ohne und eigentlich nicht wirklich notwendig, da das Spielfeld auch so brauchbar aussieht. Nichtsdestotrotz habe ich einen Teil meiner Steine inzwischen überarbeitet, was Ihr in der Galerie sehen könnt.
Zugegeben, ein aus Styordur gebauter Berg sieht deutlich besser aus, aber dafür ist er eben auch nicht so vielseitig einsetzbar. Es hat beides seine Vorteile. Das Heroscape-Gelände lässt sich wenigstens problemlos in einer kleinen Kiste transportieren und ist ziemlich unkaputtbar.
Der Aufbau des Spielfeldes geht recht schnell und ist extrem flexibel. Berge, Täler, Flüsse, etc. - all das hat man in wenigen Minuten aufgebaut und es ist jedes Mal eine komplett neue Karte.
Ich empfehle allerdings, das Basisspiel mindestens zweimal zu kaufen, damit man genug Steine zur Verfügung hat. Die Steine gibt es in Dt. leider nicht einzeln zu kaufen.
Die Figuren:
Die Figuren sind alle aus Weichplastik, so dass man beim Transport keine Angst um Speere, Schwerter oder Flügel haben muss. Da bricht nichts ab.
Sie sind recht gut gestaltet und sie sind bereits bemalt. Die Bemalung ist zwar nicht immer perfekt, aber sie reicht voll und ganz fürs Spiel. Wer mag, kann natürlich selber noch ordentlich Farbe auftragen.
Das Spiel:
Das Prinzip ist wohl so, wie immer: Töte alle Gegner, erfülle eine Mission oder mach das, was sich die Spielparteien vorher ausgedacht haben.
Ich will jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, aber der Ablauf des Spiels, bzw. der einzelnen Runden ist für meinen Geschmack umfangreich genug, um gute Strategien entwickeln zu können und um das Spiel nicht durch Glück entscheiden zu lassen.
In Kürze:
Am Anfang des Spiels werden die einzelnen Armeekarten gedraftet. Jede Armeekarte steht für eine bestimmte Truppe oder Helden. Manche sind einzigartig, andere gewöhnlich. Insgesamt gibt es 5 Völker, wovon zwei eher gut und zwei eher böse sind. Das 5. Volk ist neutral und kann von beiden Seiten gezogen werden.
Nun werden reihum Einheiten ausgewählt, bis die festgelegten Punkte erreicht sind. Dann geht´s los. Jede Spiel-Runde besteht aus drei Einzelrunden. Am Anfang jeder Spielrunde legt man mit Rundenmarkern fest, welche Einheit in welcher Einzelrunde dran ist. Die Marker werden verdeckt platztiert, so dass der Gegner nicht weiß, wen man zieht. Das Besondere dabei: Es gibt vier Rundenmarker - einer trägt ein "X" statt einer Zahl. Somit weiß der Gegner auch beim dritten Zug nicht, welche Einheit an der Reihe ist.
Dann heißt es bewegen, Sonderaktionen ausführen, angreifen, töten.
Der Kampf:
Der Kampf ist einfach, aber nicht zu einfach gehalten. Höhenunterschiede wirken sich auf Angriff und Verteidigung aus, wer neben anderen Figuren steht muss in den Nahkampft, etc.
Spannend wird es natürlich durch die zahlreichen Zusatzfähigkeiten der einzelnen Einheiten.
Gewürfelt wird mit mehreren W6, auf denen es drei Schädel für den Angriff und 2 Schilde für die Verteidigung gibt. Für Speziafähigkeiten und -attacken muss häufig der W20 her.
Einheiten und Fähigkeiten:
Hier liegt die eigentliche Vielfalt des Spiels. (Fast) jede Einheit hat neben den Basiswerten Spezialfähigkeiten, die extrem Abwechslungsreich sind. Und somit muss man für jede Einheiten-Kombi eine ganz andere Strategie spielen. Ich würde meinen, da ist für jeden was dabei.
Wir spielen immer 2vs2 und haben mit dem Basisspiel angefangen. Da sind wir dann einigermaßen schnell an den Punkt gekommen, dass wir neue Einheiten brauchten, um flexibler im Zusammenstellen der Punkte zu sein. Also mussten neue Einheiten her. Hier liegt eigentlich die Stärke des Spiels, doch leider wird der europäische Markt von Hasbro ziemlich vernachlässigt. In den USA gibt es inzwischen die 7. Erweiterungsreihe (Wave), ein zweites Starter Set, diverse Erweiterungen und Anfang 2008 erscheint Wave 8.
Normal besteht eine Wave aus 4 Boostern mit jeweils 5-6 Minis, die sich auf zwei Truppen verteilen. Dazu gibt es Erweiterungen für Gelände (Burg, Wald, Vulkanlandschaft, Eis, Sumpf) und weitere Heldenpacks. Damit kann man eine ganze Menge machen und die Zusammenstellungsmöglichkeiten werden riesig.
Die Preise sind ganz ok: Ein Booster kostet in Dt. 13,- bis 15,- Euro. Ein Heldenpack mit 5 großen Helden inkl. Drachen liegt bei ca. 20,- Euro. Das Gelände kostet auch ca. 25,- Euro. Verglichen mit GW sind das sehr humane Preise.
Das Problem ist nur, dass man in Dt. nur sehr schwer an die Sachen heran kommt. Und wie es aussieht, wurde der Vertrieb in ganz Europa eingestellt. Es gibt also nur noch Restposten zu kaufen. Aber eine Bestellung aus den USA lohnt sich, solange man mehrere Sachen bestellt (Sammelbestellungen gibt es z.B. im dt. Heroscape-Forum).
Ansonsten kann man sich auch leicht selbst helfen. Auf www.heroscapers.com gibt es alle bisher erschienenen Armeekarten zum Download (allerdings nur in Engl.) und passende Figuren kann man sich in anderen Spielsystemen wie Mage Knight besorgen. So machen wir es auch.
Fazit:
Mir gefällt Heroscape richtig gut. Der Einstieg ist leicht, die Komplexität nimmt durch die Einheitenvielfalt Stück für Stück zu und da jedes Spiel komplett anders abläuft, macht jedes Spiel aufs Neue richtig Spaß. Das Gelände ist praktisch und sieht brauchbar aus, genauso wie die Figuren. Wem das nicht reicht, kann recht einfach eigene Figuren und eigene Zusatzregeln erfinden, ohne das Ballancing komplett aus der Bahn zu werfen. Und wer es hübscher haben möchte, kann selbst Hand anlegen und sich ein schönes Gelände zusammenbauen.
Von daher: Beide Daumen und beide großen Zehen hoch!
Gidian








