Geländebau-FAQ
Es gibt Fragen zum Thema Geländebau, die wieder und wieder auftauchen. Genau diese Fragen versuche ich hier so gut wie möglich zu beantworten. Dabei erhebe ich hier keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit - dies ist vielmehr eine übersichtliche Zusammenfassung der wichtigsten Grundlagen, die in vielen Foren und Tutorials vorausgesetzt werden und daher ungern ausführlich beantwortet werden.
1. Styrodur - was ist das eigentlich?
Streng genommen ist Styrodur - genauso wie das bekanntere Styropor - nur ein Markenname für Polystyrol (Englisch: polystyrene). Ein anderer Name ist z.B. Domudur. In den meisten Foren und Tutorials ist aber immer die Rede von Styrodur, das im Übrigen i.d.R. auch von GW benutzt wird - da allerdings unter der Bezeichnung "Polystyrol".
Kaufen kann man Styrodur am besten als große Platten im örtlichen Baumarkt. Diese Platten sind meistens 120 cm lang, 60 cm breit und 2 cm - 5 cm dick und kosten ab 3,- Euro aufwärts. Allerdings können einige Verkäufer mit der Bezeichnung Styrodur nichts anfangen. Fragt dann einfach nach Dämmstoffplatten. Leider gibt es Styrodur/Domudur/etc. nicht in jedem Baumarkt. Bei mir in der Nähe musste ich z.B. relativ lange suchen.
Nun stellt sich natürlich die große Fragen, warum man Styrodur und nicht das billigere Styropor nehmen sollte. Die Antwort ist relativ einfach: Styrodur ist jeden Cent Aufpreis wert. Denn Styrodur hat ein paar entscheidende Vorteile:
- Es ist wesentlich leichter zu bearbeiten. Bei Styropor kann das Messer noch so scharf sein - die lästige Kügelchenstruktur lässt sich nur schlecht schneiden und nach kurzer Zeit fliegen überall kleine, weiße Kügelchen rum. Dieses Problem hat Styrodur nicht. Mit einem scharfen Cutter-Messer gibt es perfekte Schnittkanten.
- Styrodur ist wesentlich stabiler und eignet sich dadurch auch als Bodenplatte für größere Geländeteile.
- Styrodur lässt sich ganz einfach bemalen. Während man beim Styropor auch nach 3 Grundierungen noch die Kügelchenstruktur durchschimmern sieht, genüt bei Styrodur ein einfacher Anstrich.
Beim Kauf des Styrodurs solltet Ihr beachten, dass es verschiedene Platten gibt, die sich vor Allem durch ihre Oberfläche unterscheiden. Denn einige Platten haben eine Salmi-Strutur, was für 40K-Gebäude sehr nützlich sein kann. Häufig stört diese Struktur aber eher.
2. Ich lese immer "trockenbürsten" - was ist das?
Als "trockenbürsten" bezeichnet man eine bestimmte Bemaltechnik, die nach der Grundierung erfolgt. Dabei nimmt man nur sehr wenig Farbe auf den Pinsel, wischt diese dann größtenteils mit einem Tuch wieder ab und streicht dann schnell und mit sehr, sehr wenig Druck über die zu bemalende Fläche. Dadurch bekommen nur die höher gelegenen Teile Farbe ab, die Vertiefungen bleiben dunkel. Diesen Vorgang wiederholt man mehrfach mit immer heller werdenden Farbtönen und mit immer weniger Farbe auf dem Pinsel. Dadurch sehen die Schattierungen später realistischer aus.
3. Welche Farben nimmt man zum Bemalen?
Viele Leute verwenden die teuren GW-Farben zum Bemalen, wovon ich aber dringend abrate, wenn Ihr mehr als nur mal schnell eine kleine Fläche bemalen wollt. Der Preis ist schlichtweg viel zu hoch.
Ich benutze stattdessen immer Abtönfarben aus dem Baumarkt. Da kostet der halbe Liter ca. 4,- Euro und reicht ziemlich lang. Für den Anfang sollten schwarz, weiß und braun genügen, um sich die wichtigsten Farbtöne zusammen mischen zu können.
4. Was ist Strukturfarbe? Wo kann ich die kaufen?
Genau genommen kann man Strukturfarbe nicht kaufen. Es handelt sich dabei nämlich um ein Gemisch aus schwarzer Farbe (oder was Ihr sonst als Grundierfarbe möchtet), Leim und feinem Sand (ich nehme immer Vogelsand, der ist feiner als der aus der Sandkiste). Diese drei Komponenten werden einfach vermischt und dann auf das Gelände aufgetragen. So bekommen glatte Flächen eine Struktur, die man später durch trockenbürsten noch besser betonen kann.
5. Alle reden von Hirstarts - was ist das?
Hirstarts - auch bekannt unter dem Namen Castlemolds - ist ein Zweimannbetrieb aus den USA. Bruce Hirst stellt aus Silikonkautschuk Gussformen her, die man mit Gips befüllt. Auf diese Weise kann man sich sehr einfach viele schöne Steine erstellen, mit denen man verschiedenste Gebäude bauen kann. Der Detailreichtum der Steine ist beeindruckend und ist dieser Form nur sehr schwer mit anderen Materialien zu erreichen.
Genauere Informationen (z.B. auch Videos) findet Ihr auf der Hirstarts-Homepage . Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.
6. Was ist statisches Grasstreu?
Statisches Grasstreu oder auch Statikgras gibt es in jedem guten Bastelgeschäft für ca. 1,50 Euro bis 2,- Euro. Ihr solltet es aber nicht mit dem wesentlich schlechteren, einfachen Grasstreu verwechseln, das aus grüner Sägespäne besteht. Das Statikgras ist sehr viel feiner und sieht dadurch realistischer aus. Außerdem hat es einen weiteren, entscheidenden Vorteil: Es ist leichter und wird dadurch besser vom Kleber gehalten.
7. Welcher Kleber ist eigentlich der Beste?
Diese Frage kann man so wohl nicht beantworten. Ich benutze immer stinknormalen Holzleim von Ponal. Der ist nicht sonderlich teuer und lässt sich wirklich für alles verwenden.
Solltet Ihr einen anderen Kleber bevorzugen, müsst Ihr darauf achten, dass sich dieser auch mit Styrodur (oder Styropor) verträgt. Denn einige Kleber fressen sich gern mal in die Platten rein und das könnte ziemlich ärgerlich werden.
8. Welchen Gips sollte ich beim Basteln benutzen?
Auch hier gibt es keine pauschale Antwort, denn es hängt davon ab, was Ihr machen wollt. Zum Ausgießen von Gussformen benutze ich Dentalgips. Der ist härter, flüssiger und trocknet sehr viel schneller. Dafür ist er auch wesentlich teurer und kann nicht lange bearbeitet werden
Wenn ich einfach nur Teile des Geländes mit Gips überziehen oder Stellen ausbessern will, verwende ich Spachtelmasse von Moltofil. Da kostet das Kilo ca. 4,- Euro und man kann damit schon einiges machen.








